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Unter Abstinenz versteht man in der Psychologie Enthaltsamkeit oder Verzicht. Dabei beinhaltet der Begriff Abstinenz, dass die entsprechende Verhaltensweise (z.B. Trinken von Alkohol) gerne ausgeführt wird, wenn keine Regeln eingehalten werden müssten. So machen es beispielsweise die Nachteile des Alkohols oder Drogen (gesundheitliche Schädigungen, Entzugserscheinungen usw.) manchmal erforderlich, zukünftig ohne die Substanz und somit abstinent zu leben. Siehe auch Sucht
Achtsamkeit meint die geistige Einstellung eines Menschen, sich um ein Achtgeben auf alle Phänomene zu bemühen. Dabei steht vor allem das wertfreie Wahrnehmen der inneren Vorgänge (z.B. Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen) sowie der Umwelt (z.B. andere Menschen, Bilder und Situationen) im Vordergrund. Wertfrei meint keine positive oder negative Beurteilung, sondern eine reine, sachlich neutrale Beschreibung. Es gibt die innere Achtsamkeit und die 5-Sinne-Achtsamkeit (Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen).  
Unter Adipositas versteht man Fettleibigkeit, d.h. starkes Übergewicht, das zu krankhaften Auswirkungen führen kann. Ab einem BodyMassIndex (BMI) von 30 spricht man von Adipositas. Der BMI lässt sich wie folgt errechnen: BMI = Körpergewicht in kg Körpergröße in m 2 Bei der Behandlung von Adipositas steht vor allem der Aufbau eines gesunden Ess- und Bewegungsverhaltens im Mittelpunkt.
Unter Affekt verstand man früher heftigste emotionale Reaktionen. Im juristischen Sinne wurden früher „Handlungen im Affekt“ besonders beurteilt. Heute versteht man unter Affekt lediglich die schnelle Zuordnung gut vs. schlecht und angenehm vs. unangenehm.
Mit Aggressivität ist die innere Bereitschaft eines Organismus zur Ausführung aggressiven Verhaltens (Aggression) gemeint. Dabei muss Aggressivität nicht zwangsläufig Aggressionen auslösen. Die Begriffe Aggressivität (Bereitschaft) und Aggression (Verhalten) sind daher unterschiedlich zu gebrauchen.
Der Begriff stammt aus der klientenzentrierten Psychotherapie (umgangssprachlich: Gesprächstherapie) nach Rogers und steht für die Tendenz des Menschen, alle seine körperlichen, seelischen und geistigen Möglichkeiten zu entfalten. Erfährt ein Mensch positive Wertschätzung, erhält er im Sinne der Aktualisierungstendenz die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.
Akzeptieren bedeutet freiwilliges annehmen und anerkennen. Akzeptanz ist dabei die Bereitschaft, etwas zu akzeptieren.
Unter Ambivalenz versteht man das Vorhandensein von sowohl positiven als auch negativen Gefühlen gegenüber einer Angelegenheit. Ambivalenzen erfordern daher Kompromisslösungen.
Eine ambulante Psychotherapie wird innerhalb einer Praxis oder Klinik durchgeführt. Der Patient verbleibt dabei nicht in der Einrichtung. Eine ambulante Psychotherapie beinhaltet, dass der Patient in regelmäßigen Abständen (z.B. einmal wöchentlich) psychotherapeutische Sitzungen bei seinem Therapeuten absolviert.
Unter Angst versteht man das älteste und überlebenswichtigste Gefühl, dass im Rahmen eines bedrohlichen Reizes bzw. einer bedrohlichen Situation vom Organismus entwickelt wird. Dabei wird unterschieden, ob eine reale, begründete Angst (z.B. Angriff eines Hundes) vorliegt oder eine unrealistische, übertriebene Angst, wie sie bei den so genannten Angsterkrankungen (z.B. vor anderen Menschen, vor Kaufhäusern) auftritt.
Unter Angsterkrankungen versteht man in der Psychologie psychische Erkrankungen, bei denen Ängste vor einer Situation, einem Objekt oder unspezifische Ängste vorhanden sind. Dabei sind die Ängste meist unbegründet und in Intensität übermäßig stark ausgeprägt. Allen Angsterkrankungen ist gemein, dass Betroffene die jeweiligen angstauslösenden Situationen vermeiden bzw. sich ihnen schnellstmöglich entziehen.
  • Agoraphobie: Angst vor Menschenmengen, öffentlichen Plätzen, alleine Reisen
  • Soziale Phobie: Angst vor sozialen Situationen, bei denen die Gefahr besteht, sich peinlich oder beschämend zu verhalten, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen (z.B. Vortrag halten, Essen mit anderen Personen)
  • Spezifische Phobie: Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten (z.B. vor Spinnen, Höhen, Flügen, Blut, Spritzen)
  • Panikstörung: Angstattacken, die meist im Rahmen von Körperreaktionen (z.B. Herzschlagen,  Zittern, Schwitzen) auftreten. Sie sind meist spontan auftretend und nicht auf ein spezifisches Objekt oder spezifische Situation bezogen
  • Generalisierte Angststörung: generell ängstliche Befindlichkeit gekennzeichnet durch ständige Besorgnis, Anspannung und Befürchtungen über alltägliche Ereignisse
  • Posttraumatische Belastungsstörung: direktes Erleben oder Beobachten sehr belastender vergangener Erlebnisse (z.B. Naturkatastrophen, Gewalterfahrungen), das zu immer wiederkehrenden Erinnerungen, Albträumen, emotionaler Stumpfheit, Angst, Panik und plötzlichem Wiedererleben des Traumas führen Siehe Trauma
  •  Akute Belastungsreaktion: direktes Erleben oder Beobachten sehr belastender Erlebnisse (z.B. Naturkatastrophen, Gewalterfahrungen) führen über einen kürzeren Zeitraum zu Gefühlen von Angst, Ärger, Verzweiflung und Rückzug Siehe Trauma
Typische Symptome, die in den jeweiligen angstauslösenden Situationen auftreten, sind beispielsweise: Herzklopfen, Schwindel, Schweißausbrüche, Zittern, Hitzewallungen, Pulsbeschleunigung.
Unter Antidepressiva versteht man Medikamente, die vorrangig zur Behandlung von Depressionen,  aber auch bei Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Antidepressiva, die sich innerhalb ihrer Wirkweise, Wirksamkeit und Nebenwirkungen unterscheiden. Antidepressiva können je nach Wirkstoffen und Wirksamkeit z.B. neben einer stimmungsaufhellenden Wirkung auch antriebssteigernd, antriebsneutral, antriebsdämpfend, schlafanstoßend, beruhigend oder angstlösend wirken. Neben den gewünschten Wirkungen können Nebenwirkungen auftreten, die je nach Art des Präparats variieren. Eine antidepressive Mitbehandlung erweist sich vor allem bei schweren psychischen Erkrankungen und häufigen Rückfällen als empfehlenswert.
Unter dem Begriff der Assoziation versteht man die Verknüpfung mehrerer Elemente im Gedächtnis. Durch die Verknüpfung zweier ursprünglich isolierter Geistesinhalte, wird beim Aufruf des einen Inhaltes der Aufruf des zweiten Elementes begünstigt, z.B. beim Begriff Blume häufige Assoziation mit Garten oder Wiese.
Der aus dem Englischen stammende Begriff Attribution oder Attribuierung bezeichnet sowohl die Zuschreibung von Ursache und Wirkung von Handlungen und Vorgängen. So kann eine Person beispielsweise eine gute Prüfungsnote auf eigene Lernleistungen zurückführen (interne Attribuierung – Ursache für gute Prüfungsnote liegt in Person selbst) oder aber auch auf die gute Laune des Prüfers (externe Attribuierung – Ursache für Prüfungsergebnis liegt außerhalb der eigenen Person).
Unter Authenzität versteht man Echtheit, Originalheit, d.h. dass das Verhalten einer Person nicht durch äußere Einflüsse bestimmt wird, sondern durch die eigene Person selbst. Eine Person, die als authentisch bezeichnet wird, wirkt echt, d.h. dass sie ein Bild von sich vermittelt, das als real und echt wahrgenommen wird.
Unter Aversion versteht man Abneigung oder Ablehnung. Dies kann sowohl einem Reiz gegenüber als auch einem Objekt gegenüber geschehen. Ein aversiver Reiz (z.B. schlechter Geruch) ist in der Regel mit dem Bedürfnis bzw. dem Wunsch einer Person verbunden, sich abwenden zu wollen oder sie gänzlich zu vermeiden.
B
Die Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow stellt eine hierarchische Aufstellung der menschlichen Bedürfnisse dar.

Selbstverwirklichung

Soziale Anerkennung

Soziale Beziehungen

Sicherheit

Körperliche Bedürfnisse

Nach diesem Modell muss die unterliegende Ebene der Bedürfnisse ausreichend befriedigt sein, um auf die nächsthöhere Ebene zu gelangen. Beispielsweise müssen die körperlichen Bedürfnisse zunächst befriedigt sein, bevor die Ebene der Sicherheit (Schutz vor Gefahren, Wohnung, fester Arbeitsplatz, Gesetze, Versicherungen, Gesundheit, Ordnung, Religion) erreicht werden kann. Beispiele für die Stufen der Pyramide:
  • Selbstverwirklichung: Individualität, Talententfaltung, Güte, Kunst, Philosophie
  • Soziale Anerkennung: Status, Wohlstand, Geld, Macht, Karriere, Auszeichnungen
  • Soziale Beziehungen: Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Nächstenliebe, Kommunikation
  • Sicherheit: Schutz vor Gefahren, Wohnung, fester Arbeitsplatz, Gesetze, Versicherungen
  • Körperliche Grundbedürfnisse: Wärme, Trinken, Essen, Schlaf, Sexualität           
Beruhigungsmittel, sogenannte Sedativa, werden vorrangig zur Beruhigung, zur Schlafförderung und zur Ausschaltung der bewussten Wahrnehmung eingesetzt. Beruhigungsmittel lassen sich in Benzodiazepine (z.B. Diazepam), Narkotika (z.B. Propofol), Neuroleptika (z.B. Promethazin), Opioide (z.B. Fentanyl) usw. unterteilen. Beruhigungsmittel sollten nicht über längere Zeit eingenommen werden, da es im Verlauf der Behandlung zur Gewöhnung kommt. Meist folgt eine Dosissteigerung bzw. die Verwendung eines anderen Sedativums, um dieselbe Sedierungstiefe aufrechtzuhalten. Deshalb liegt eine große Gefahr für Missbrauch und Abhängigkeit bei Sedativa vor.
Bestrafung bedeutet im Sinne vom Konditionierungslernen die Reduzierung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens. Wichtig ist dabei, dass es nicht zwingend einen „Bestrafer“ geben muss, sondern Bestrafung bezeichnet alles, was die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens reduziert. Bestrafung I bedeutet, dass ein bestimmtes Verhalten einen unangenehmen Reiz zur Folge hat, der die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Verhaltens senkt, z.B. Lärm, grelles Licht, Hitze oder Kälte, Stromschlag. Ein weiteres Beispiel sind Halsbänder für Hunde, die Wasser versprühen, wenn der Hund bellt. So wird der Hund motiviert weniger zu bellen. Bestrafung II bedeutet, dass ein spezifisches Verhalten zur Folge hat, dass ein angenehmer Reiz entfernt wird. Dadurch wird die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Verhaltens gesenkt. Ein Beispiel hierfür ist, wenn ein Kind einen Trotzanfall bekommt und ihm die Eltern daraufhin das liebste Spielzeug wegnehmen.
Die Bindungstheorie beschreibt in der Psychologie das Bedürfnis des Menschen, eine enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehung zu Mitmenschen aufzubauen. Der britische Kinderpsychiater John Bowlby und die kanadische Psychologin Mary Ainsworth beschrieben in ihrer Theorie den Aufbau und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens sowie verschiedene Bindungsstile. Die Theorie geht dabei von dem Modell der Bindung der frühen Mutter-Kind-Beziehung aus. Basierend auf wissenschaftlichen Beobachtungen, in denen das Verhalten von Kindern beobachtet wurde, nachdem die Mutter sie alleine in einem Raum ließ, können vier Bindungstypen bei Kindern unterschieden werden (sichere Bindung, unsicher-vermeidende Bindung, unsicher-ambivalente Bindung, desorganisierte Bindung).
Unter Burnout versteht man einen geistigen und/oder körperlichen Erschöpfungszustand, der durch Überlastungen entstehen kann und zu einem Gefühl des Ausgebranntseins führt. Durch große berufliche Anforderungen, häufige Frustrationen sowie der Einsatz eines großen individuellen Engagements können Symptome wie Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, körperliche Beschwerden und sozialer Rückzug auftreten. Burnout kann in allen sozialen Gruppen auftreten, kommt aber gehäuft in den heilenden Berufen (Ärzte, Pflegeberufe, Sozialarbeiter, Lehrer) vor.
C
Unter Compliance versteht man ein kooperatives Verhalten des Patienten. Dieses setzt voraus, dass der Patient die Ernsthaftigkeit seines Leidens erkennt und an die Wirksamkeit der Therapie / Behandlung glaubt. Ein Patient mit einer hohen Compliance zeichnet sich dadurch aus, dass er beispielsweise das tut, was ihm der Arzt vorschreibt, z.B. die Medikamente, die ihm verschrieben werden, ordnungsmäßig einnimmt oder eine bestimmte Diät streng befolgt.
Craving ist ein aus dem Englischen stammender Begriff aus dem Bereich der Suchtforschung. Dabei umschreibt Craving das Verlangen eines Süchtigen sein Suchtmittel (Nikotin, Alkohol, Drogen, usw.) zu bekommen. Craving wird meist durch sog. Schlüsselreize ausgelöst und kann auch noch Jahre nach der Entgiftung auftreten.
D
Demenz ist eine chronische oder fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die zu Störungen in den Bereichen Gedächtnis, Denken, Orientierung, Rechnen, Sprache, Sprechen, Entscheidung und Auffassung führen kann. Die wohl bekannteste und am häufigsten verbreitete Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung. Als Hauptsymptom der Demenz lässt sich die Störung des Gedächtnisses benennen. Während es sich anfänglich eher um Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit handelt, werden im fortschreitenden Krankheitsverlauf zunehmend bereits länger eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses „vergessen“. Es gibt verschiedene Formen der Demenz z.B. Alzheimer, Korsakow, etc.
Unter Denkfehlern werden logische Fehler bei der Informationsverarbeitung, Datensammlung und Schlussfolgerungen verstanden, die zu einer verzerrten meist negativen Sicht und Denkweise führen. Beispiele für Denkfehler sind (Beck, 2001):
  • Selektives Verallgemeinern (z.B. von schlechtem Verhalten eines Jugendlichen wird verallgemeinert: „Die Jugend heute ist schlecht.“)
  • Maximieren und Minimieren (z.B. schlechte Verhaltensweisen des Partners werden dramatisiert, positive Verhaltensweisen z.B. Komplimente machen werden im Gegensatz kaum beachtet)
  • Schwarz-Weiß-Denken bzw. Entweder-Oder-Denken
Die Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen (10-20% der Bevölkerung im Laufe des Lebens, je nach Studie), die durch die folgenden Symptome gekennzeichnet ist: Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Schuldgefühle, Grübelzwang, Gefühl der Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit usw. Dabei sind die Symptome über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen unverändert vorhanden. Im Rahmen der Behandlung depressiver Erkrankungen stehen die Reduktion der o.g. Symptome und die Verhinderung einer erneuten Erkrankung im Mittelpunkt.
Deuten meint den Prozess des bewussten oder unbewussten Erkennens einer Bedeutung. Dies kann, wie in der Psychoanalyse, die Bewusstmachung von beispielsweise Übertragungsprozessen oder Widerstand betreffen. Eine bekannte Art des Deutens sind Traumdeutungen.
Dissonanzen sind Gedanken, Meinungen, Wahrnehmungen usw., die sogenannte innere Konflikte auslösen, da sie der bislang bestehenden Meinung widersprechen.  Die Dissonanz-Theorie nach Festinger beschäftigt sich daher mit dem Wunsch, diese Konflikte zu lösen, indem beispielsweise unangenehme Erkenntnisse missachtet werden und vermehrt Informationen, die zur eigenen Meinung passen, als besonders wichtig betrachtet werden.
Unter Dissoziationen versteht man im psychiatrischen Sinne eine Abspaltung von psychischen Funktionen (wie z.B. eigener Gefühle, des Erinnerungsvermögens, von Verhaltensweisen oder der Wahrnehmung der eigenen Person). So kann sich eine Person beispielsweise fremd im eigenen Körper fühlen (Depersonalisation) oder die Umwelt als unwirklich bzw. fremd wahrnehmen (Derealisation).
Eine Dokumentation ist eine schriftliche Aufzeichnung und dient dem Festhalten bedeutsamer Informationen. Innerhalb der Psychotherapie werden wichtige Informationen vom Therapeuten dokumentiert und im Rahmen der gesetzlichen Frist archiviert.
Die Abkürzung DSMI-IV steht für die Abkürzung "Diagnostisches und Statistisches Handbuch psychischer Störungen" (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) und wurde von der American Psychiatric Association (Amerikanische Psychiatrische Vereinigung) 1952 das erste Mal herausgegeben. Das DSM-IV beinhaltet, ähnlich dem Kapitel F der ICD-10 eine Klassifikation psychischer Störungen und soll somit die Diagnose und Heilung psychischer Erkrankungen erleichtern.
E
Unter Egoismus versteht man Eigennützigkeit, also Handlungsweisen, die dem Handelnden Vorteile bringen. Eine Person mit einem ausgeprägten Egoismus räumt sich dabei mehr Freiheiten ein, als er anderen zugesteht. Umgangssprachlich wird der Begriff Egoismus häufig gleichbedeutend für rücksichtsloses, unanständiges Verhalten verwendet.
Eine Emotion ist ein psychophysiologischer Prozess, der durch die Wahrnehmung und Interpretation eines Objekts oder einer Situation ausgelöst wird und mit physiologischen Veränderungen, spezifischen Gedanken, subjektivem Gefühlserleben und einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft einhergeht. Eine Emotion lässt sich auf 4 Ebenen beschreiben, auf einer körperlichen, gedanklichen, einer Gefühls- und einer Verhaltensebene.
Emotionale Intelligenz ist ein Sammelbegriff für Persönlichkeitseigenschaften und Fähigkeiten, welche den Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen betreffen. Nach Goleman setzt sich Emotionale Intelligenz aus fünf Teilkonstrukten zusammen:
  • Selbstbewusstheit (Fähigkeit eines Menschen, seine Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse zu akzeptieren und zu verstehen, und die Fähigkeit, deren Wirkung auf andere einzuschätzen)
  • Selbstmotivation (Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit, sich selbst unabhängig von finanziellen Anreizen oder Status anfeuern zu können)
  • Selbststeuerung (planvolles Handeln in Bezug auf Zeit und Ressourcen)
  • Soziale Kompetenz (Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen aufzubauen, gutes Beziehungsmanagement und Netzwerkpflege)
  • Empathie (Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren)
Entspannungsverfahren zielen darauf ab, körperliche und emotionale Anspannungszustände zu verringern, um einen Zustand der Entspannung und des Wohlbefindens herbeizuführen. Durch regelmäßiges Entspannungstraining sollen innere Erregungen reduziert, und dadurch Gelassenheit und Ruhe erzeugt werden. Die Wirksamkeit einiger Entspannungsverfahren (vor allem der Progressiven Muskelentspannung) ist wissenschaftlich bestätigt worden. Als Anwendungsgebiete können Muskelverspannungen, Stress, Schmerzen, Migräne, Schlafstörungen, Angststörungen, Magen- und Darmstörungen usw. benannt werden. Bekannte Entspannungsverfahren sind:
  • Autogenes Training
  • Atementspannung
  • Progressive Muskelentspannung
  • Meditation
  •  Yoga
Die einzelnen Verfahren unterscheiden sich in ihrem methodischen Vorgehen, jedoch zielen sie alle auf einen körperlichen und seelischen Entspannungszustand ab.
Die Entwicklungspsychologie versteht sich als Teilgebiet der Psychologie, welches sich mit der Beschreibung, Erklärung, Vorhersage sowie Beeinflussung menschlichen Erlebens und Verhaltens unter der Berücksichtigung der lebenslangen Veränderung beschäftigt. Die moderne Entwicklungspsychologie ist stark durch Säuglings- und Kleinkindforschung geprägt.
Das von Seligman erarbeitete Modell der Erlernten Hilflosigkeit stellt eines der Modelle zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen dar. Nach diesem Modell versuchen Menschen, die längere Zeit unkontrollierbaren unangenehmen Ereignissen ausgesetzt sind, entweder, Herr der Situation zu werden, oder sich ihr ganz zu entziehen.
Die häufige Konfrontation mit Hilflosigkeit kann zur Entstehung von depressiven Symptomen führen.
Eine Erwartung stellt eine Annahme dar, was ein anderer oder mehrere andere in einer bestimmten Situation tun würden oder sollten.
Essstörungen sind Verhaltensstörungen, die durch die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema Essen gekennzeichnet sind. Sie betreffen sowohl die übermäßige Aufnahme von Nahrung, die Verweigerung von Nahrung, der Manipulation des eigenen Körpers sowie der generellen Einstellung zur eigenen Figur. Es lassen sich grundsätzlich drei Klassen von Essstörungen unterteilen:
  • Magersucht (Anorexie): Bei der Magersucht versucht die Betroffenen, durch dauerhaftes Diäthalten, übermäßigen Sport, Einnahme von Schlankheitspillen oder Abführmitteln sowie Kalorienzählen, ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Magersüchtige Patientinnen sind meistens untergewichtig, fühlen sich im Sinne einer Körperschemastörung jedoch häufig immer noch zu dick. Magersucht kann zu vielen Folgeerkrankungen wie Mangelernährung, und Muskelschwund, langfristig sogar zu Osteoporose und Unfruchtbarkeit führen.
  • Bulimie: Unter Bulimie versteht man die sog. Ess-Brech-Sucht. Betroffene leiden in diesem Zusammenhang unter regelrechten Fressattacken, bei denen sehr große Mengen an Nahrungsmitteln verzehrt werden (vorwiegend ungesunde Speisen). Aus Angst, Gewicht zuzunehmen, ergreifen Personen zu ungewöhnlichen Maßnahmen, die diese Gewichtszunahme verhindern sollen. Exzessiver Sport, der Gebrauch von Abführmitteln, Fasten, Einläufe und Erbrechen führen außerdem zu einem kurzfristigen Gefühl der Erleichterung. Im Gegensatz zur Magersucht sind Betroffene mit einer Bulimie in der Regel normalgewichtig.
  • Binge Eating Disorder: Auch bei der Binge Eating Störung treten regelmäßige (mindestens 2mal wöchentlich) Fressattacken auf, bei denen innerhalb kurzer zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln aufgenommen werden. Der Betroffene verfügt dann nicht mehr über die Kontrolle seiner Nahrungsaufnahme. Weiterhin kommt es in der Regel zur Nahrungsaufnahme, ohne hungrig zu sein, zu besonders schnellem Essen, zu Essen, bis ein unangenehmes Gefühl einsetzt oder alleine Essen, um Schamgefühle zu vermeiden. Die Essanfälle werden in der Regel als belastend empfunden, wobei Gefühle wie Ekel oder Scham auftreten können. Im Gegensatz zur Bulimie werden bei der Binge Eating Störung keine Maßnahmen eingesetzt, die eine Gewichtszunahme verhindern können. Daher sind diese Personen meist übergewichtig.
Evaluation beschreibt Verfahren zur Beurteilung, Bewertung, Einschätzung der Anwendbarkeit und Effektivität von Behandlungsmethoden. So werden in wissenschaftlichen Studien untersucht, welche Therapiemethoden bei welchen Erkrankungen besonders wirksam sind und welche nicht.
Unter Extraversion und Introversion versteht man unterschiedliche Persönlichkeitsausprägungen. Introvertierte Personen verhalten sich in sozialen Gruppen eher scheu und still und sind eher zurückgezogen. Extravertierte Menschen weisen eine eher nach außen gewandte Haltung auf, d.h. sie sind eher gesprächig, aktiv, energisch und abenteuerlustig.
F
Unter diesem Begriff versteht man eine Menge von Fragen, die Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt liefern. Meist werden später vergleichbare Daten erhoben. Beispielsweise beinhaltet der diagnostische Fragebogen SCL-90 Fragen zu mehreren psychischen Symptombereichen (Depression, Ängstlichkeit, usw.) und kann somit Aufschluss über die psychischen Belastungen einer Person geben. Fragebögen können Instrumente zur Selbstbeurteilung oder zur Fremdbeurteilung sein.
Den Begriff Fremdgefährdung gebraucht man, wenn eine Person andere Personen bedroht bzw. gefährdet. Dies kann beispielsweise auftreten, wenn der Betroffene unkontrolliert am Straßenverkehr teilnimmt oder eine dritte Person tätlich angreift. In diesem Fall kann eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Einrichtung erforderlich werden.
Sigmund Freud (1856-1939) gilt als Begründer der Psychoanalyse. Er entwickelte auf der Grundlage genauer Beobachtungen ein Verfahren zur Heilung seelischer Krankheiten, bei der verdrängte traumatische Erfahrungen bearbeitet werden. Auch die Drei-Instanzen-Theorie über die Struktur und Dynamik der Psyche stammt von ihm. Siehe auch Ich, Es und Über-Ich.
G
Gedächtnis meint die Fähigkeit, Informationen zu behalten, zu ordnen und wieder abzurufen. Es lassen sich verschiedene Arten des Gedächtnisses unterscheiden, je nach Dauer der Speicherung. Dabei speichert das deklarative Gedächtnis vor allem Fakten, die sich auf die eigene Biografie beziehen (episodisches Gedächtnis) oder auch das Weltwissen eines Menschen (Politik, Geschichte,… - semantisches Gedächtnis). Das prozedurale Gedächtnis hingegen beinhaltet vor allem motorische Inhalte, die automatisch ablaufen (Autofahren, Tanzen). Grundsätzlich lässt sich das Gedächtnis weiterhin in Explizites und Implizites Gedächtnis untergliedern. Während man sich an Inhalte des expliziten Gedächtnisses bewusst erinnern kann, beinhaltet das implizite Gedächtnis Inhalte, die man nicht bewusst abrufen und in Worte fassen kann.   
Unter Gedanken versteht man aus Denkoperationen entstandene Sinngebilde, die in einem Satz ausdrückbar sind. Die Annahme, dass die Art und Weise, wie wir denken, bestimmt, wie wir uns fühlen, verhalten und körperlich reagieren, wurde von Vertretern der kognitiven Therapie geprägt. Daher steht im Rahmen der kognitiven Therapie die aktive Gestaltung des Wahrnehmungs- und Interpretationsprozesses im Vordergrund. Nicht die objektive (neutrale) Realität, sondern die subjektive (eigene) Sicht der Dinge, also die Art Dinge wahrzunehmen und bewerten, sind entscheidend für das Verhalten. Siehe auch Denkfehler
Unter Gefühl wird ein emotional eingefärbter seelischer Zustand einer Person verstanden. Fühlen wird neben Denken und Wollen als seelisches Grundvermögen verstanden. Die Grenzen zwischen verwandten Begriffen, wie Stimmung und Affekt sind umgangssprachlich fließend. Grundgefühle sind: Angst, Ärger, Überraschung usw.
Unter dem Begriff Veranlagung (auch genannt Disposition) wird allgemein eine psychische, genetische oder erworbene Anfälligkeit für die Ausbildung von Krankheiten verstanden. Eine genetische Disposition meint die aus der Struktur oder Zusammensetzung von Erbgut bestimmte außergewöhnliche Veranlagung eines Individuums, bestimmte Besonderheiten und Erkrankungen zu vererben. Auch eine Erkrankung, die nur bestimmte Tiergruppen, Arten oder Rassen betrifft, ist zumeist durch genetische Unterschiede bedingt.
Grundbedürfnisse sind jene menschlichen Bedürfnisse, die eine hohe Wichtigkeit besitzen. Werden diese Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigt, so können die in einer hierarchischen Aufteilung höheren Bedürfnisse nicht erreicht werden. Eine solche hierarchische Aufteilung wurde von Maslow (Bedürfnispyramide) entwickelt. Körperliche Grundbedürfnisse des Menschen sind beispielsweise Wärme (Kleidung), Nahrung, Schlaf, Trinken usw. Bindung, Freiheit, Kontrolle, Lustgewinn und Unlustvermeidung sind ebenso wichtige Grundbedürfnisse, die zwischenmenschliche Kontakte mitgestalten.
Gruppentherapie ist eine psychotherapeutische Behandlungsform, die darauf abzielt, psychische Beschwerden o.ä. zu reduzieren. Je nach Therapierichtung variiert das Vorgehen der Gruppentherapie. Innerhalb verhaltenstherapeutischer Gruppensitzungen werden beispielsweise die Gruppenteilnehmer zur Veränderung von Verhalten angeleitet. Den verschiedenen Therapierichtungen ist gemein, dass die Gruppen sich aus mindestens 3 Patienten und mindestens einem Therapeuten zusammensetzen.
H
Heilpraktiker für Psychotherapie haben die Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz), welche durch die Gesundheitsämter erteilt werden kann. Die Ausbildung dauert ca. ein halbes Jahr und setzt kein Psychologiestudium voraus. Daher ist die Tätigkeitsbezeichnung und inhaltliche Ausbildung nicht mit denen von Psychologen und Ärzten vergleichbar.
Hypnose ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe ein hypnotischer Trancezustand erreicht werden soll. Im Rahmen hypnotherapeutischer Behandlungen (Hypnotherapie) können patienteneigene Ressourcen und neue persönliche Lösungen gefunden werden, um die individuelle Symptomatik zu reduzieren.
Hysterie ist ein alter Begriff, der auch heute noch umgangssprachlich häufige Verwendung findet. Im psychiatrischen Kontakt wurde der Begriff durch die histrionische Persönlichkeitsstörung ersetzt, nicht zuletzt weil dem Hysterie-Begriff eine negative Bewertung anhaftet. Unter der histrionischen Persönlichkeit versteht man eine Störung, die durch Dramatisierung, leichte Beeinflussbarkeit durch andere und oberflächliche Gefühle gekennzeichnet ist.
I
Die ICD-10 (International Classification of Diseases, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und dient der Bestimmbarkeit von Erkrankungen. Ziel ist es, mithilfe einer international einheitlichen Systematik die weltweite Erforschung von Krankheiten zu ermöglichen. Das Kapitel F der ICD-10 beinhaltet psychische Störungen.
Sigmund Freud (1956-1939) entwickelte sein „Drei-Instanzen-Modell“ über die Struktur und Dynamik der menschlichen Psyche. Dabei stellt das Es alle Triebe, als das Unbewusste des Menschen dar. Das Es beinhaltet alle Triebe (z.B. Hunger, Sexualtrieb), Bedürfnisse und Affekte (z.B. Neid, Hass) eines Menschen. Das Ich hingegen bezeichnet jene psychische Instanz, die mittels des selbstkritischen Denkens, gesellschaftlicher Normen, Werte und Weltbild-Elemente realitätsgerecht zwischen den Ansprüchen des Es, Über-Ichs und der Umwelt vermittelt. Das Ich ist zuständig für Denken, Erinnern, Fühlen und Ausführen von Willkürbewegungen und die Suche nach rationalen Lösungen, wobei es zum größten Teil bewusst ist. Das Über-Ich, die dritte Instanz des psychischen Apparates, bezeichnet die moralische Instanz, das sog. „Gewissen“. Das Über-Ich beinhaltet Handlungsnormen, Rollen, Weltbilder, Vorstellungen von Gut und Böse und bildet den Gegenpart zum triebgesteuerten Es.
Identifikation bedeutet wörtlich übersetzt „gleichsetzen“. Gemeint ist damit der Vorgang, sich in einen anderen Menschen einzufühlen. Dabei werden – bewusst oder unbewusst – Teile z. B. des Gefühlslebens des Anderen als eigene erkannt, und man empfindet mit dem Anderen mit.
In der Psychologie ist der Impuls die kurz- oder längerfristige Einwirkung auf das Verhalten von Personen oder Personengruppen. Beispielsweise kann eine Bemerkung eines Bekannten („Ich spiele im Verein Volleyball. Spiel doch mit!“) eine Anregung für die Aufnahme einer sportlichen Aktivität sein.
Unter dem Begriff Integration versteht man das Herstellen eines Ganzen und die dadurch erzeugte Abgrenzung von einer unstrukturierten Umgebung.
In der Psychologie ist Intelligenz ein Sammelbegriff für die geistigen Fähigkeiten des Menschen, also die Fähigkeit, zu verstehen, zu abstrahieren und Probleme zu lösen, Wissen anzuwenden und Sprache zu verwenden usw. Siehe auch Emotionale Intelligenz.
J
Unter der Ja-Sage-Tendenz versteht man die Tendenz, Fragen eher mit „ja“ oder „stimmt“ zu beantworten. Diese Tendenz findet man häufig unabhängig vom Inhalt der Fragen. Die Ja-Sage-Tendenz findet man häufiger bei autoritären Persönlichkeiten und ängstlichen und konservativen Menschen als angepasstes Verhalten.
K
Katharsis meint in der Psychologie das Ausleben innerer Konflikte sowie verdrängter Gefühle, was zu deren Reduktion führen soll. So kann beispielsweise durch das Ausüben einer Kampfsportart oder durch das Spielen aggressiver Computerspiele eine Reduktion von Ärger und Wut erzielt werden. Neuere Studien zeigen jedoch, dass nicht immer das Ausleben von z.B. Ärgergefühlen diese reduzieren, sondern diese zum Teil häufiger und intensiver auftreten.
Lernen durch Klassische Konditionierung wurde von Iwan P. Pawlow beschrieben (Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1904). Der Mediziner beobachtete eher beiläufig, dass einige der Hunde, mit denen er experimentierte, um Näheres über die Speichelabsonderung herauszufinden, schon vor Beginn des Experimentes Speichel absonderten. Eine genauere Betrachtung ergab, dass dies nur bei jenen Hunden auftrat, die schon länger im Labor waren und den Ablauf der Experimente kannten. Dieser Speichelfluss konnte daher nicht auf den Geruch oder den Anblick des Futters zurückgeführt werden, sondern musste eine andere Ursache haben. Um dies zu analysieren, ließ Pawlow in einem Versuch zeitgleich mit dem Vorsetzen von Futter einen Glockenton ertönen. Nach einigen Wiederholungen floss der Speichel bei diesen „Pawlowschen Hunden“ schon beim Glockenton, obwohl kein Futter gegeben wurde. Als Pawlow dieses überraschende Phänomen genauer untersuchte, fand er heraus, dass offensichtlich durch die zeitlich unmittelbar aufeinander folgende Darbietung des Glockentons und des Futters eine Verbindung zwischen diesen hergestellt wurde. Nach häufiger gemeinsamer Darbietung wurde der vorher neutrale Reiz (= nur Glockenton) zu einem konditionierten Reiz, der alleine fast dieselbe Reaktion (= Speichelfluss) auslösen kann, wie der unkonditionierte Reiz (= Futter), mit dem er gekoppelt wurde. Aus der unbedingten Reaktion (= Speichelfluss) auf das Futter wurde eine konditionierte Reaktion auf den Glockenton. Siehe auch Operante Konditionierung, Konditionierung
Kohärenz ist ein Begriff aus der Klinischen Psychologie, der sich auf die formalen Denkabläufe eines Menschen bezieht. Dabei bedeutet Kohärenz, dass der Gedankengang in sich zusammenhängend, logisch und nachvollziehbar ist. Bei psychischen Erkrankungen kommt es manchmal zu einem Mangel an Kohärenz, d.h. die Gedanken sind zum Teil weniger logisch und nachvollziehbar.
Unter Kompensation versteht man in der Psychologie die Bestrebung von Menschen, eigene Missstände oder Ängste aktiv durch verschiedene Verhaltensweisen zu unterdrücken. So neigen beispielsweise Personen mit unbewussten Minderwertigkeitsgefühlen dazu, Dinge zu tun, die ihnen Ansehen verschaffen oder ängstliche Personen, sich einen großen Hund zu halten, um sich sicher zu fühlen. Manchmal können die sogenannten Kompensationsmechanismen zu psychischen Leiden führen.
Unter Konditionierung versteht man in der Lernpsychologie das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern (Stimulus-Response), d.h. ein bestimmtes gewünschtes Verhalten kann verstärkt (gefördert) werden, ein bestimmtest ungewünschtes Verhalten kann bestraft (d.h. dadurch reduziert) werden. Man unterscheidet zwei Grundtypen der Konditionierung: Die Klassische Konditionierung und die Operante Konditionierung.
Unter einem Konflikt versteht man das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Interessen oder Intentionen, deren gleichzeitige Umsetzung nicht Konfliktparteien als unmöglich erscheint. Die Konfliktforschung beschäftigt sich mit dem Verlauf und der Entwicklung von Konflikten und entwickelt Varianten von möglichen Lösungsstrategien.
Unter Expositions- bzw. Konfrontationstherapie versteht man in der Verhaltenstherapie, nach ausführlicher therapeutischer Vorbereitung und zunächst unter Anwesenheit des Therapeuten, die Darbietung des angstauslösenden  Reizes (z.B. Hund bei Menschen, die Angst vor Hunden haben). Daher eignet sich diese Art vor allem für die Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen. Dabei lassen sich die massierte und die graduierte Konfrontation unterscheiden. Während sich der Patient bei der massierten Konfrontation (flodding) sofort mit seinen größten Ängsten konfrontiert (z.B. Patient mit Spinnenangst konfrontiert sich mit Spinne), wird bei der graduierten Konfrontation zunächst eine Angsthierarchie erstellt und zu Beginn eine leichtere Situation für die Konfrontation ausgewählt (z.B. ein Spinnenvideo anschauen oder Spinne nur aus „sicherer Entfernung“). Beide Methoden sind bei der Behandlung von Angsterkrankungen wirksam. 
Unter Konfrontation bzw. Konfrontieren versteht man die Gegenüberstellung (zunächst) unvereinbarer Positionen (Konflikt) bzw. die Gegenüberstellung mit einem angstauslösenden Reiz. Letztgenanntes erfolgt bei der sogenannten Konfrontationstherapie (Expositionstherapie), bei der sich die Patienten den angstauslösenden Situationen stellen.
Unter Kontingenzmanagement versteht man Lernprozesse (die auf operanter Konditionierung basieren). Durch unterschiedliche Techniken (z.B. Belohnung oder Bestrafung) wird die Auftretenswahrscheinlichkeit bestimmter erwünschter Verhaltensweisen erhöht und die unerwünschter Verhaltensweisen reduziert.
Unter Kontrollüberzeugung versteht man in der Psychologie das Ausmaß, in dem eine Person glaubt, dass das Auftreten von Ereignissen abhängig vom eigenen Verhalten ist. In diesem Zusammenhang liegt eine internale Kontrollüberzeugung vor, wenn eine Person ein positiver oder negatives Ereignis als Konsequenz des eigenen Verhaltens wahrnimmt (z.B. Note 1 in Prüfung, weil vorher gut gelernt). Eine externale Kontrollüberzeugung hingegeben liegt vor, wenn das Ereignis vom eigenen Verhalten als unabhängig wahrgenommen wird (z.B. Note 1 in Prüfung, weil Prüfer gute Laune hatte). Im Sinne dieser Theorie ist es dabei unerheblich, ob ein Ereignis tatsächlich der eigenen Kontrolle unterliegt oder nicht, sondern nur, was die jeweilige Person glaubt.
Die vornehmlich analytische Betrachtung beschreibt unter dem Begriff der Konversion die Verschiebung bzw. Übertragung von Gefühlen und Trieben von der Psyche in das Soma (d.h. auf das Körperliche z.B. auf die Organe). Auf diese Art werden unangenehme, unerträgliche Konflikte vom Bewusstsein ferngehalten. So können Symptome wie Erektionsstörungen, Erröten, Kopfschmerzen, Magen-Darmstörungen usw. als Verdrängen von unangenehmen psychischen Zuständen auf die körperliche Ebene verstanden werden.
Seit dem 01.01.2004 haben alle Versicherten in einer gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland die Möglichkeit, anstelle des Sachleistungsprinzips die Kostenerstattung zu wählen. Beim Sachleistungsprinzip erhält der Versicherte mithilfe seiner Versichertenkarte Leistungen, die für wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig gehalten werden. Im Gegensatz dazu bezahlt ein Patient im Kostenerstattungsprinzip als Selbstzahler (Privatpatient) seine Rechnung direkt an den Arzt und lässt sich später den erstattungsfähigen Anteil durch seine gesetzliche Krankenkasse erstatten. Den nicht erstattungsfähigen Anteil übernimmt der Patient selbst.  Der gesetzlich Krankenversicherte kann die Kostenerstattung wählen, nachdem er sich vom Leistungserbringer darüber hat aufklären lassen. Kostenerstattung macht im psychotherapeutischen Kontext dann Sinn, wenn ein psychisches Problem dringend behandlungsbedürftig ist und durch das ggfs. lange Warten auf einen Therapieplatz bei einem Therapeuten, der über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnet, zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führt. 
Die Kosten einer ambulanten Psychotherapie werden in der Regel für die folgenden drei Therapierichtungen: analytische, tiefenpsychologische und Verhaltenstherapie übernommen. Die Therapie muss für von einem Psychologischen oder Ärztlichem Psychotherapeuten oder einem Psychiater durchgeführt werden.
Unter Krisenintervention wird eine Betreuung und Beratung von Menschen, die akut gefährdet sind. So soll die Krisenintervention Menschen in einer akuten Lebenskrise, die beispielsweise plötzliche Veränderungen der Lebensbedingungen (z.B. Tod einer nahstehenden Person, Gewalterfahrungen) erfahren haben, helfen, diese Lebenskrise zu bewältigen. Im Gegensatz zur Psychotherapie, die meist über einen längeren Zeitraum ausgeübt wird, dient die Krisenintervention zur kurzfristigen Bewältigung einer Lebenskrise. Spezielle Kriseninterventionsdienste und Angebote der Telefonseelsorge sind in vielen Städten vorhanden.
L
Unter Langeweile versteht man eine subjektive, eigene Wahrnehmung, die durch Untätigkeit, Monotonie oder fehlende Ablenkung ausgelöst wird und für langsam vergehende Zeit steht. Der Begriff Langeweile wird häufig gegenteilig zu Spaß und Freude verwendet.
Lernen ist der bewusste und unbewusste, individuelle oder kollektive Erwerb von geistigen, körperliche, sozialen Fertigkeiten oder Fähigkeiten (z.B. Fahrradfahren, Lesen, Schreiben). Lernen kann außerdem als ein Prozess der relativ stabilen Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens aufgrund von Erfahrung oder neu gewonnenen Einsichten und des Verständnisses (verarbeiteter Wahrnehmung der Umwelt oder Bewusstwerdung eigener Regungen) aufgefasst werden. Die angeborene Fähigkeit zu lernen ist für Mensch und Tier eine Grundvoraussetzung dafür, sich den Gegebenheiten des Lebens und der Umwelt anpassen zu können, darin sinnvoll zu handeln und sie gegebenenfalls im eigenen Interesse zu verändern.
Unter Libido, ein Begriff aus der Psychoanalyse stammend, versteht man die psychische Energie, die mit dem Sexualtrieb verbunden ist. In der Alltagssprache wird der Begriff häufig synonym für sexuelle Lust und Begehren (Appetenz) verwendet.
Der Begriff Löschung stammt aus dem Bereich der Lernpsychologie und meint die Senkung der Auftretenswahrscheinlichkeit einer Verhaltensweise. So kann mithilfe von Bestrafung ungeliebtes Verhalten, z.B. beim Haustier reduziert werden, bis es nicht mehr auftritt. z.B. Hund, dessen bettelndes Verhalten am Tisch, dafür bestraft wird, zeigt dieses Verhalten kurze Zeit später nicht mehr. Das Bettel-Verhalten ist gelöscht. Siehe Operante Konditionierung
Das Lustprinzip gehört zur Theorie der Psychoanalyse nach Sigmund Freud und dessen Aufteilung der menschlichen Psyche in drei Instanzen. Unter Lustprinzip wird in diesem Zusammenhang das Streben des Es nach sofortiger Befriedigung seiner Triebe verstanden. Dadurch wird eine Entladung von Triebspannungen der Unlust ausgewichen.
M
Als Lernen am Modell wird eine lernpsychologische Theorie bezeichnet; sie beschreibt jene Lernvorgänge, die durch eine Beobachtung von Vorbildern ausgelöst werden. Vorbilder („Modelle“) sind dabei Menschen, deren Verhalten beobachtet werden kann. Die tatsächliche Anwesenheit des Modells ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Im Vergleich zur Klassischen Konditionierung und zur Operanten Konditionierung kommt dem Menschen hierbei eine aktivere Rolle zu. Der Mensch lernt also von Vorbildern und ahmt ihr Verhalten, wenn es zu den gewünschten Folgen führt, nach.
Motivation bezeichnet alle in einer Handlung wirksamen Elemente, die das Verhalten regulieren und aktivieren. Die Motivationsforschung beschäftigt sich vor allem mit den Unterschieden von Menschen in der Wahl von Zielen, der Anstrengungsbereitschaft, der Ausdauer und deren individuellen Persönlichkeitseigenschaften.
N
Neugier bezeichnet das angeborene Streben nach Unbekanntem und Neuem, z.B. nach neuen Erlebnissen, Gefühlen, Personen, Sachen und neuem Wissen.
Ein Neurologe ist ein Arzt, der eine Zusatzausbildung im Fach Neurologie absolviert hat. Im Mittelpunkt der Arbeit steht dabei die Diagnose, Behandlung und Erforschung von Erkrankungen der Nerven, Muskeln und des zentralen Nervensystems.
Neurotizismus (auch als emotionale Labilität bezeichnet) ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das dem Merkmal Emotionale Stabilität gegenüberliegt. Das Verhalten von neurotischen Menschen ist meist gekennzeichnet durch gespannt, ängstlich, nervös, launisch, empfindlich und reizbar sein.  
Unter Neurotransmittern werden biochemische Stoffe im Körper, die die Informationen einer Nervenzelle zu einer anderen Nervenzelle weitergeben, verstanden. Wichtige Neurotransmitter sind beispielsweise:
  • Noradrenalin
  • Adrenalin
  • Dopamin
  • Serotonin
Ein Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt einer Person kann einerseits die Entstehung einer psychischen Erkrankung begünstigen, andererseits ein Abbild einer Erkrankung sein. Daher eignet sich in bestimmten Fällen neben einer psychotherapeutischen Behandlung die Einnahme von Medikamenten (Psychochopharmaka), die den Neurotransmitterhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen sollen.
O
Die Objektbeziehungstheorie ist eine auf M. Klein zurückgehende Weiterentwicklung der psychoanalytischen Theorie. Im Sinne dieser Theorie erhält die frühe Mutter-Kind-Beziehung eine bedeutsame Rolle. Die Art und Weise, wie ein Mensch die Welt wahrnimmt und mit welchen Erwartungen er an sie herantritt, wird maßgeblich durch die Beziehungen zu wichtigen frühen Bezugspersonen (den sogenannten Objekten) geprägt.
Objektiv bzw. Objektivität meint Wertfreiheit, Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit. Auch wird mit dem Begriff häufig ein größtmögliches Ausschalten von Gefühlen und Vorurteilen bezeichnet. Bsp.: objektive Situation: kleiner Hund läuft auf Herrn M. zu, subjektive Empfindung von Herrn M.: Angst, Unwohlsein
Bei der operanten oder auch instrumentellen Konditionierung kann ein ursprünglich unbedeutendes Spontanverhalten durch Belohnung oder Bestrafung bevorzugt/vermieden werden. Die Häufigkeit des Auftretens eines Verhaltens kann also nachhaltig beeinflusst werden. Besonders verdient gemacht hat sich B. F. Skinner, der intensiv auf diesem Gebiet forschte und den Begriff der Skinner-Box prägte. Das Prinzip ist einfach: wenn das Versuchstier zufällig die erwünschte Handlung ausführt, bekommt es einen positiven Verstärker. Es lernt schnell den Zusammenhang zwischen Handlung und Belohnung. Das heißt, Verstärker sorgen bei dieser Art des Konditionierens dafür, dass das Auftreten einer bestimmten Reaktion begünstigt oder erschwert wird. Wichtig ist, dass die Verstärker kontingent (also unmittelbar, erkennbar, regelhaft) und motivationsadäquat sind und Bedürfnisse (z. B. Hunger, Aktivitätsbedürfnis) befriedigen.
P
Der Begriff Persönlichkeitsstörung beschreibt ein tief verwurzeltes Verhaltensmuster, das meist über die Zeit hinweg stabil ist und sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche Lebenslagen äußert. Das meist wenig flexible Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten in Beziehungen weicht bei Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung deutlich von der Mehrheit der Menschen ab. Häufig führen Persönlichkeitsstörungen dazu, dass zwischenmenschliche Beziehungen und das Funktionieren im Beruf eingeschränkt sind. Persönlichkeitsstörungen beginnen in der Kindheit oder Jugend und dauern bis ins Erwachsenenalter an. Es lassen sich verschiedene Arten von Persönlichkeitsstörungen unterscheiden. Nur einige wichtige Merkmale verschiedener Persönlichkeitsstörungen werden an dieser Stelle beschrieben.
  • Paranoide Persönlichkeitsstörung: Misstrauen anderen Menschen gegenüber, Handlungen oder Äußerungen anderer werden häufig als feindselig missgedeutet, streitsüchtiges und beharrliches Bestehen auf eigenen Rechten
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung: einzelgängerisches Verhalten, Rückzug von sozialen Kontakten, geringe Fähigkeit, Gefühle gegenüber anderen auszudrücken und Freude zu empfinden
  • Dissoziale Persönlichkeitsstörung: häufiges aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, andauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Schwierigkeiten, Beziehungen längerfristig beizubehalten
  • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Es lassen sich zwei Erscheinungsformen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung kategorisieren, die beide durch impulsives Verhalten und mangelnde Selbstkontrolle gekennzeichnet sind.
    • impulsiver Typus: häufige impulsive Ausbrüche, im Sinne von bedrohlichem und gewalttätigem Verhalten, häufig bei Kritik durch andere
    • Borderline Typus: andauerndes Gefühl innerer Leere, Schwarz-Weiß-Denken, selbstverletzendes Verhalten, unbeständige, aber intensive Beziehungen
  • Histrionische Persönlichkeitsstörung: theatralisches und dramatisierendes Verhalten, häufiges Verlangen nach Anerkennung und Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen, schnelle Kränkbarkeit, großes Interesse an körperlicher Attraktivität (sie legen viel Wert auf gepflegtes Äußeres, Frisur, Kleidung usw.)
  • Anankastische (Zwanghafte) Persönlichkeitsstörung: großer Drang nach Perfektionismus („immer alles richtig machen“), übermäßige Gewissenhaftigkeit (hohe Leistungsansprüche), Starrheit im Denken und Handeln, überlegtes Verhalten (Sparsamkeit, Bedachtheit), Liebe zum Detail
  • Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung: andauerndes Gefühl von Besorgtheit und Anspannung, Sorge vor Kritik und Ablehnung, Überzeugung im Vergleich zu anderen Menschen unattraktiv und minderwertig zu sein, Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte aus Angst, abgelehnt zu werde
  • Dependente (abhängige) Persönlichkeitsstörung: Angst, nicht für sich selbst sorgen zu können und ausgeprägte Furcht, von einer nahestehenden Person verlassen zu werden und hilflos zu sein, Abhängigkeit von anderen Personen, Nähe zu nahestehenden Personen und Harmonie in der Beziehung übermäßig wichtig,
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung, großes Selbstbewusstsein, zum Teil arrogantes, hochmütiges Verhalten, Gefühl einmalig zu sein, geringe Aufmerksamkeit und wenig Mitgefühl gegenüber anderen
  • Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung: übermäßiger Protest gegen gerechtfertigte Forderungen, Kritik oder Verachtung von Autoritätspersonen, schlechte oder langsame Arbeit an unliebsamen Aufgaben, Verpflichtungen werden „vergessen“, Reizbarkeit oder Streitlust bei unwillkommenen Bitten
  • Schizotypische Persönlichkeitsstörung: nur wenige enge Beziehungen, exzentrisches Verhalten, Offenheit für das Außersinnliche, Übernatürliche und Okkulte, sind nach innen gewandt und sind blind gegenüber Konventionen
Unter Prävention versteht man vorbeugende, verhütende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis (z.B. eine Krankheit oder regelwidriges Verhalten) zu vermeiden. Häufig werden dabei entweder die gesamte Bevölkerung oder große Bevölkerungsgruppen angesprochen. Die Vermittlung eines gesunden Ess- und Bewegungsverhaltens, wie es in vielen Schulen angeboten wird, stellt z.B. eine Präventionsmaßnahme dar, um auf diese Weise Folgeerkrankungen bedingt durch Übergewicht zu vermeiden.
Problemlösen meint die Tätigkeit eines Lebewesens, für ein gestelltes Problem eine Lösung zu entwickeln und anzuwenden. Nach G.H. Wheatley ist „Problemlösen […] das, was man tut, wenn man nicht weiß, was man tun soll.“ Problemlösen besteht in der Regel aus 3 Schritten, die häufig unbewusst und automatisch ablaufen: 1. Erfassen des Ist-Zustandes und der Problemstellung 2. Anwendung von Verfahren zur Problemlösung -> Verhalten 3. Erreichen des gewünschten Soll-Zustandes Im Alltag lösen wir häufig kleinere Probleme scheinbar nebenbei.
Projektion bezeichnet allgemein das Abbilden bzw. Verlagern von Empfindungen, Gefühlen, Wünschen, Interessen (inneren Vorgängen) in die Außenwelt (z.B. auf andere Personen). In der Psychoanalyse nach Sigmund Freud versteht man unter Projektion einen Abwehrmechanismus, bei dem eigene, unerträgliche Gefühle und Wünsche einem anderen Menschen (oder Gegenstand) zugeschrieben werden.
Der Begriff der Prophylaxe wird häufig gleichbedeutend mit Prävention verwendet. Prophylaxe meint dabei Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten. So ist beispielsweise eine Impfung gegen Pocken eine prophylaktische Maßnahme.
Prüfungsangst entsteht häufig aus negativen Vorerfahrungen in Prüfungssituationen, Erzählungen anderer und das Ausmalen möglicher negativer Erfahrungen im Geiste. Prüfungsangst ist eine Form der sozialen Angst (siehe soziale Phobie), bei der eine negative Bewertung der eigenen Leistung befürchtet wird. Im normalen Maß an Prüfungsangst kann innerhalb einer Prüfungssituation die Leistungsfähigkeit fördern. Behandlungsbedürftig wird die Prüfungsangst dann, wenn die Lebensgestaltung der Person sehr beeinflusst wird und tatsächlich negative Folgen innerhalb der Prüfungssituation (z.B. Blackout) für die betroffene Person entstehen.
Ein Psychiater ist ein Arzt, der eine psychiatrische Facharztausbildung absolviert hat. So beschäftigt er sich vor allem mit der Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen. Inhaltliche Überschneidungen mit dem Tätigkeitsfeld von klinischen Psychologen und Psychologischen Psychotherapeuten sind gegeben. Jedoch ist der Psychiater im Unterschied zum nichtärztlichen, also Psychologischen Psychotherapeuten zum Verschreiben von Medikamenten berechtigt.
Unter Psychiatrie versteht man eine medizinische Fachrichtung, die sich mit der Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen befasst. In der Allgemeinpsychiatrie werden psychische Erkrankungen von Erwachsenen behandelt, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen (bis 18 Jahren). Die Suchtpsychiatrie (Suchtmedizin) zielt auf die Behandlung von Abhängigkeitsverhalten (z.B. Alkohol, Cannabis, Spielsucht) ab. Weitere psychiatrische Fachbereiche sind unter anderem Gerontopsychiatrie (Psychiatrie für alte Menschen) und Forensische Psychiatrie (Psychiatrie für Straftäter, die aufgrund psychischer Erkrankungen nicht im Strafvollzug untergebracht werden). Psychiatrische Kliniken bzw. Stationen gibt es in den meisten Städten. Sie bestehen in der Regel aus einem multiprofessionellen Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen und Pflegepersonal.
Ein Psychologe ist eine Person, die sich mit der Psychologie, der Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen, beschäftigt und das Studium der Psychologie erfolgreich abgeschlossen hat. Der Begriff des Psychologen ist gesetzlich geschützt. So dürfen sich in Deutschland nur Personen, die ein wissenschaftliches Universitätsstudium erfolgreich abgeschlossen haben, Diplompsychologen nennen. Im Rahmen der universitären Ausbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die verschiedene Facetten des menschlichen Verhaltens und Erlebens betreffen (z.B. Denken, Lernen, Verhalten, Intelligenz, Persönlichkeit). Ein Klinisches Psychologe hat sich auf die Klinische Psychologie, d.h. auf die Arbeit mit Patienten mit psychischen Erkrankungen spezialisiert. Psychologen können darüberhinaus in vielfältigen weiteren Bereichen tätig sein (z.B. in der Forschung, Verkehrspsychologie, Rechtspsychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie).
Der Psychologische Psychotherapeut ist eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung (Psychotherapeutengesetz 1999), die eine staatlich anerkannte Zulassung zur Ausübung der Heilkunde (Approbation) erfordert. Rechtlich gesehen besitzt ein approbierter Psychotherapeut einen Facharztstatus. Als Psychologischen Psychotherapeut darf sich demnach nur bezeichnen, der das Psychologiestudium mit dem Diplom und eine Ausbildung auf dem Gebiet der Psychotherapie (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Tiefenpsychologie) abgeschlossen hat.
Die Psychoonkologie ist eine wissenschaftliche Fachrichtung, die sich mit den seelischen Faktoren, die mit einer Krebserkrankung zusammenhängen und deren Folgen beschäftigt. In der Vergangenheit erforschte die Psychoonkologie vor allem psychische Faktoren, die zur Entstehung einer Krebserkrankung beitragen können, was jedoch kaum zu aussagekräftigen Ergebnissen führte. Heutzutage konzentriert sich die psychoonkologische Forschung hauptsächlich darum herauszufinden, wie den Betroffenen und Angehörigen bei der Bewältigung von den Belastungen, die im Zusammenhang mit der Krebserkrankung stehen, geholfen werden kann. Psychoonkologische Beratungen und Betreuung, die in Akutkliniken, Rehabilitationseinrichtungen und psychotherapeutischen Praxen angeboten werden, sollen den Betroffenen vor allem bei der Krankheitsverarbeitung unterstützen und die Lebensqualität erhöhen.
Unter Psychopharmaka versteht man Medikamente, die der Behandlung psychischer Erkrankungen dienen. Viele psychische Erkrankungen werden durch ein Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt mitbedingt. Es lassen sich Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquillantien, Phasenprophylaktika, Psychostimulantien und Halluzinogene unterscheiden. In einigen Fällen, vor allem bei schweren psychischen Erkrankungen, ist neben einer psychotherapeutischen Behandlung eine Mitbehandlung mit Psychopharmaka notwendig. 
Der Begriff Psychose bezeichnet eine Gruppe schwerer psychischer Störungen, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergehen. Im Unterschied zur Neurose erleben die Erkrankten nicht sich selbst, sondern ihre Umwelt als verändert und erlangen zumeist im Akutstadium keine Krankheitseinsicht. Auffällige Symptome sind oft Wahn und Halluzinationen. Siehe auch Schizophrenie
Psychosomatik ist die medizinische Fachrichtung, die sich mit den Wechselbeziehungen zwischen seelischen, körperlichen und sozialen Vorgängen befasst. Die theoretischen Modelle zur Erklärung dieser Wechselwirkungen veränderten sich im Verlauf mehrerer Jahrtausende zeit- und wissensbedingt erheblich. Verallgemeinernd kann man davon sprechen, in der Medizin „nicht dem Körperlichen weniger, sondern dem Seelischen mehr Aufmerksamkeit zu schenken“ (nach Edward Weiss und O. Spurgeon English, 1949).
Psychosomatische Kliniken beschäftigen sich mit der Diagnose und Behandlung psychosomatischer (Psychosomatik) und psychischer Beschwerden. Die Behandlung in einer psychosomatischen Klinik dauert in der Regel 4-8 Wochen.
R
Der Reaktanzbegriff beschreibt eine Abwehrrektion, die durch psychischen Druck oder Verbote o.ä. ausgelöst werden können. Reaktantes Verhalten zeichnet sich meist dadurch aus, dass die nicht angemessenen Handlungen nun besonders häufig ausgeübt und als wichtig wahrgenommen werden, selbst wenn Sie vorher unbedeutsam gewesen sind. Beispiele: Alkoholkonsum von Jugendlichem trotz Verbot der Eltern.  
Regression meint im analytischen Sinne  einen psychischen Abwehrmechanismus. Dabei erfolgt ein Rückzug auf eine frühere Entwicklungsstufe in der Persönlichkeitsentwicklung, welcher zeitweise anhält. Die Regression läuft vorwiegend unbewusst ab und soll die Stabilisierung des psychischen Gleichgewichts ermöglichen. Z.B. ein Mann schlägt und beschimpft seinen Computer, nachdem der zum wiederholten Mal nicht funktioniert. Das Verhalten des Mannes lässt sich als Regression in ein kindliches Verhaltensschema deuten. 
Rehabilitation bedeutet “Wiederherstellung“ und soll betroffene Menschen unterstützen, sich wieder in einen vormals existierenden körperlichen Zustand oder eine soziale oder juristische Position zu versetzen. Der Begriff der Rehabilititation wird in unterschiedlichen Bereichen verwendet. Im Sozial-und Arbeitsleben bedeutet Reha die Wiedereingliederung in das berufliche Leben oder den normalen Alltag. In der Medizin werden bestimmte Rehabilitationsmassnahmen eingesetzt, die körperliche, psychische und sozialen Folgen eines Gesundheitsschadens auf ein Minimum beschränken sollen. So gibt es beispielsweise Rehabilitationsbehandlungen für alkoholabhängige Menschen, die im Rahmen der stationären Therapie die durch die Sucht entstandenen körperlichen, geistigen und seelischen Folgen zu mildern und so einen Wiedereinstieg in ein abstinentes Leben zu ermöglichen.
Eine Ressource meint ein Mittel oder Gut, das sowohl materiell (Geld, Güter, Rohstoffe etc.) als auch immateriell (Bildung, Prestige, Gesundheit, Fähigkeiten etc.) sein kann. In der Psychologie versteht man unter Ressourcen vor allem die Potentiale eines Menschen. Meist sind dessen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und Stärken der Person oftmals nicht bewusst. Im Rahmen einer Psychotherapie können ressourcenorientierte Methoden helfen, die Ressourcen einer Person zu identifizieren und sie zu stärken.
S
Schizophrenie ist eine psychische Störung, die Denken, Fühlen und Wahrnehmen verändert. Die Erkrankung führt dazu, dass die Grundfunktionen, die dem Menschen ein Gefühl von Individualität, Einzigartigkeit und Entscheidungsfreiheit geben, eingeschränkt sind. Betroffene leiden unter einer sog. Positiv- und Negativsymptomatik, die sich in ihren Merkmalen und der Dauer ihres Auftretens voneinander unterscheiden. Zur Positivsymptomatik gehören Wahnbildung und Halluzinationen. So glaubt ein Betroffener beispielsweise von Außerirdischen beobachtet zu werden, oder von der Polizei beschattet und verfolgt zu werden (Verfolgungswahn). Typisch für die Positivsymptomatik ist auch die Annahme der Betroffenen, Gedanken nicht selbst gedacht, sondern von außen eingegeben bekommen zu haben. Die Negativsymptomatik, die sich im Verlauf der Erkrankung üblicherweise verstärkt, umfasst Schlafstörungen, depressive Symptome (Perspektivlosigkeit, sozialer Rückzug, Antriebsarmut) und Affektverflachung (d.h. Betroffene können sich über erfreuliches nicht mehr richtig freuen, über Trauriges nicht mehr richtig traurig sein). Des Weiteren kann das Denken der Betroffenen eingeschränkt sein (z.B. Zusammenhänge werden nicht mehr verstanden) sowie motorische Defizite auftreten. So kann es im Rahmen der motorischen Defizite dazu kommen, dass die Mimik und Gestik der Betroffenen abnehmen oder nur noch selten gesprochen wird (Spracharmut).
Von Schlafstörungen spricht man bei Abweichungen vom gesunden oder ursprünglichem Schlafverhalten. Sogenannte Insomnien liegen vor, wenn es Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen und durch vorzeitiges Erwachen gibt. Weitere Schlafstörungen sind Hypersomnien (übermäßiges Schlafen), Atmungsstörungen während des Schlafens (z.B. vorübergehende Atemstillstände im Schlaf) und Störungen des Schlafes z.B. durch Schlafwandeln oder Alpträume.
Schweigepflicht ist die rechtliche Verpflichtung, anvertraute Informationen nicht an Dritte weiterzugeben. Angehörige heilbehandelnder Berufe (Ärzte, Psychologen usw.) unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.
Bei den sogenannten Selbstbeschreibungs-Instrumenten schätzt eine Person sein eigenes gewohnheitsmäßiges Verhalten und Erleben ein. Dabei bezieht er sich auf sein eigenes Empfinden und seine eigene Wahrnehmung. Im Gegenzug dazu schätzen Angehörige, Vorgesetzte, Lehrer, Diagnostiker in sogenannter Fremdbeurteilung das Verhalten und Erleben einer Person von außen ein. Manchmal erscheint es sinnvoll, Selbst- und Fremdgefährdung zu vergleichen.
Unter Selbstbeobachtung versteht man die Beobachtung sowie Analyse des eigenen Erlebens und Verhaltens. Sie bietet den Vorteil, auch Empfindungen und Erleben zu erfassen, das von außen nicht sichtbar ist.
Selbstgefährdendes Verhalten tritt bei schweren psychischen Erkrankungen auf und beinhaltet Handlungen, die schlimmstenfalls den Tod der Person hervorrufen können. Bei einer akuten Selbstgefährdung ist eine Zwangseinweisung erforderlich. Neben akuten Selbstmordabsichten, können zum Beispiel auch bei der Gefahr des Verhungerns oder Erfrierens zu einer Zwangseinweisung der betroffenen Person in eine geschlossene psychiatrische Abteilung führen.
Unter einer Selbsthilfegruppe versteht man einen selbstorganisierten Zusammenschluss von Menschen, die unter dem gleichen Problem leiden und gemeinsam etwas dagegen unternehmen wollen. Es gibt in Deutschland ca. 100.000 Selbsthilfegruppen. Sie dienen vor allem dem Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen und liefern emotionale Unterstützung und Motivation. Die Gruppen werden ehrenamtlich von einem Mitglied geleitet.
Unter Selbstmord- oder Suizidgedankengedanken versteht man in der Psychologie die häufige geistige Beschäftigung mit dem eigenen Suizid/Tod.
Unter dem Selbstwertgefühl versteht man die Bewertung oder den Eindruck, den man von sich selbst, seinem Charakter, seinen Fähigkeiten usw. hat. Je besser die Bewertung bzw. der Eindruck von sich selbst, seinem Charakter, seinen Fähigkeiten, seinen Aussehen usw. ist, desto größer erscheint das Selbstwertgefühl eines Menschen zu sein.
Selbstwirksamkeit beschreibt die Erwartung und Überzeugung einer Person, aufgrund eigener Kompetenzen und Fähigkeiten die erwünschten Handlungen erfolgreich ausführen zu können. So hat eine Person, die daran glaub, selbst etwas bewirken zu können, eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung, während eine Person mit geringer Selbstwirksamkeit, die sich äußeren Umständen willkürlich ausgesetzt fühlt, weniger fest daran glaubt, selbst etwas bewirken zu können.
Sexuelle Funktionsstörungen oder sexuelle Dysfunktionen liegen vor, wenn die sexuelle Reaktion aus psychischen oder körperlichen Gründen eingeschränkt ist. So kann es in Folge dazu kommen, dass beim Geschlechtsverkehr wenig oder gar keine Befriedigung erzielt wird und somit Frustrationen entstehen. So können bei Männern beispielsweise Potenzschwierigkeiten auftreten, d.h. eine Unfähigkeit eine Erektion zu bekommen und diese zu halten. Bei Frauen kann zum Beispiel der Vaginismus vorliegen, unter dem man eine schmerzhafte Kontraktion des Beckenbodens versteht und der zu Schmerzen während des Geschlechtsakts  führt. Des Weiteren spricht man von sexuellen Funktionsstörungen, wenn der Orgasmus zu früh oder zu spät bei einem oder beiden Partnern vorkommt bzw. kein Orgasmus auftritt. Weitere sexuelle Funktionsstörungen sind die Frigidität und sexuelle Hypoaktivität  als vermindertes sexuelles Verlangen sowie Nymphomanie und Satyriasis als gesteigertes sexuelles Verlangen zu benennen.
Somatoforme Störungen ist ein übergeordneter Begriff für körperliche Beschwerden, die sich nicht oder nicht ausreichend auf eine körperliche Erkrankung zurückführen lassen. Unterschiedliche körperliche Symptome können mit dieser Erkrankung einhergehen, z.B. Schmerzen, Beklemmungsgefühle in der Brust, Reizmagen und Reizdarm, häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen. Um eine somatoforme Störung zu diagnostizieren, müssen organische Ursachen für die Symptome bzw. die Intensität der Symptome ausgeschlossen werden. Betroffene dieser Erkrankungen haben bereits viele verschiedene Ärzte aufgesucht.
  • Somatisierungsstörung: mehrere, wiederholt auftretende körperliche Symptome über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren, wobei keine ausreichende körperliche Erklärung dafür vorhanden ist
  • Hypochondrie: anhaltende Überzeugung, von einer oder mehreren ernsthaften körperlichen Erkrankungen betroffen zu sein, auch wenn wiederholte Untersuchungen dies nicht bestätigen konnten. Arztbesuche haben jedoch kurzfristig beruhigende Wirkung auf Betroffene.
  • Somatoforme autonome Funktionsstörung: wiederholt auftretende körperliche Beschwerden, die sich auf ein Organ oder ein Organsystem beziehen (z.B. dauerhafter Durchfall, dauerhafter Husten), die nicht durch eine körperliche Erkrankung ausgelöst werden
  • Somatoforme Schmerzstörung: andauernder, schwerer und quälender, meist wandernder Schmerz, der nicht oder nicht vollständig durch eine körperliche Störung erklärt werden kann und vor allem in Verbindung mit Problemen bzw. Konflikten auftreten
Unter dem Begriff der Sozialen Erwünschtheit versteht man die Tendenz, Fragen (v.a. im Rahmen von Fragebögen) nicht nach der persönlich zutreffenden Einstellung zu beantworten, sondern nach sozialen Normen, die aus der Sicht des Befragten erwünscht sind.
Soziale Kompetenz bezeichnet alle persönlichen Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, das eigene Verhalten auf eine Gemeinschaft auszurichten. „Sozial kompetentes“ Verhalten verknüpft die eigenen Handlungsziele von Personen mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe.
Unter dem sozialen Umfeld eines Menschen versteht man alle Menschen, mit denen eine Person in Beziehung steht. So gehören zum sozialen Umfeld eines Menschen z.B. dessen Familie, Arbeitskollegen, Freunde, Bekannte usw.
Im Vergleich zur ambulanten Psychotherapie findet die stationäre Psychotherapie innerhalb einer Klinik (z.B. einer psychosomatischen, psychotherapeutischen) statt. Das bedeutet, dass die Patienten über einen längeren Zeitraum in dieser Klinik verweilen, auch dort übernachten und verschiedene psychotherapeutische (z.B. Einzelgespräche, Gruppengespräche zu unterschiedlichen Erkrankungen) und medizinische Angebote in Anspruch nehmen.
Unter Stress versteht man körperliche oder psychische Reaktionen bei Menschen und Tieren, die durch äußere Reize (sog. Stressoren) ausgelöst werden. So kann beispielsweise die Einwirkung von Lärm, Hitze oder Zigarettenrauch bei Menschen bestimmte körperliche (z.B. Schweißbildung) oder psychische (z.B. Gefühl von Schlappheit) Reaktionen auslösen. Auch bestimmte eigene Einstellungen, Erwartungshaltungen (z.B. „Ich will die Arbeit perfekt machen.“) und Befürchtungen können auf emotionaler Ebene Stressoren sein. Stress ist also die Reaktion auf die Stressoren.
Unter Stressbewältigung (Coping, Stressmanagement) versteht man vielfältige Methoden und Verfahren, um psychisch belastenden Stress zu verringern oder abzubauen. Bedingt vor allem durch steigende berufliche Anforderungen in vielen Branchen nahm der Bedarf an sog. Stressbewältigungs-Kursen in den letzten Jahren in der Psychotherapie stark zu. Wichtige Methoden in der Stressbewältigung sind Entspannungsverfahren, sportliche Betätigungen, die Aktivierung individueller Ressourcen sowie die Aufklärung und Enttabuisierung in Bezug auf psychischen Stress.
Subjektiv meint, die individuelle Wahrnehmung einer Person betreffend. So ist das subjektive Empfinden einer Person geprägt durch dessen Wahrnehmung und Interessen. Jeder Mensch nimmt seine Außenwelt auf seine eigene, subjektive Weise wahr. Die subjektive Sicht auf bestimmte Dinge wird in psychologischen Fragebögen häufig erfragt und dient dazu, mehr über die Person und sein Denken und Fühlen zu erfahren.
Die Begriffe Sucht und Abhängigkeit beschreiben das übermäßige Verlangen nach einem sog. Suchtmittel (z.B. Alkohol, Cannabis, Heroin), dessen Einnahme zu einem kurzfristig befriedigenden Zustand führt. Neben dem Zwang, die Substanz zu konsumieren, kann eine verminderte Kontrolle über den Substanzkonsum und körperliche Entzugssymptome, wenn der Stoff reduziert oder abgesetzt wird. Schädlicher Gebrauch liegt vor, wenn die meist wiederholte Einnahme einer Substanz zu Folgeschäden bei einer Person führt. Diese können psychisch (z.B. Depressionen, Angst) oder physisch (z.B. Leberzirrhose) sein.
Suizid oder Selbstmord ist das willentliche Beenden des eigenen Lebens. Der Suizid kann zum Einen durch beabsichtigtes Handeln (z.B. sich erhängen), zum Anderen aber auch durch absichtliches Unterlassen bestimmter Handlungen (z.B. Flüssigkeit zu sich nehmen) zustande kommen. In Deutschland sterben ca. 12.000 Menschen jährlich am Selbstmord. Bei fast allen Fällen liegen diagnostizierbare psychische Erkrankungen vor.
T
Eine Tagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung. Patienten werden dort mehrere Stunden täglich (in der Regel früh bis nachmittags) betreut und psychotherapeutisch behandelt. Die Behandlung in Tageskliniken erfolgt, wenn die Patienten im Stande sind, sich die restliche Zeit alleine zu versorgen. Eine tagesklinische Behandlung macht zum Beispiel bei einigen psychischen Erkrankungen nach einer vollstationären Behandlung Sinn, um die Patienten schrittweise wieder in ein normales Leben zu integrieren.
Test
Eine tragfähige therapeutische Beziehung ist durch beidseitiges vertrauensvolles Verhalten gekennzeichnet. Der Therapeut ist dabei bemüht eine Atmosphäre herzustellen, in dem es dem Patienten leichter fällt, über seine Probleme offen zu sprechen. Daher zeigt sich der Therapeut einfühlsam, unterstützt den Patienten bei der Lösung seiner Probleme, hört aufmerksam zu und zeigt ehrliches Interesse.
Tics sind wiederkehrende Zuckungen der Glieder, die durch Kontraktionen einzelner Muskeln bzw. Muskelgruppen entstehen durch kurzes und unwillkürliches Auftreten gekennzeichnet sind. Der Betroffene kann dabei weder den Zeitpunkt des Auftretens noch des Verschwindens des Tics kontrollieren. Tics können beispielsweise sein: Stirnrunzeln, ruckartige Kopfbewegungen, Schmatzen, Hüsteln und Augenzucken. Tics beginnen in der Regel in der Kindheit und Jugend und werden im Lauf der Zeit häufig schwächer. Eine Ticstörung ist das sogenannte Tourette-Syndrom.
Tinnitus bezeichnet eine akustische Wahrnehmung, die auf eine Störung der Hörfunktion zurückgeführt werden kann. Neben dem Schall, der auf das Ohr wirkt, werden beim Tinnitus Geräusche (Pfeiftöne, Rauschen, Knacken, Klopfen, Brummen) wahrgenommen. Es wird davon ausgegangen, dass Tinnitus in engem Zusammenhang mit stressigen Lebensphasen und Situationen, in denen es den Betroffenen psychisch schlecht geht, steht. Neben der Behandlung durch einen HNO-Arzt ist eine psychotherapeutische Mitbehandlung empfehlenswert. 
Das sogenannte Tourette-Syndrom ist eine Ticstörung, d.h. eine Erkrankung, bei der der Betroffene unter mehreren Tics leidet. Neben motorischen Tics (wie Augenzucken, Stirn runzeln, reflexartige Armbewegungen) treten verbale Tics in Form von häufig wiederholten, explosiv auftretenden Wortäußerungen (meist obszöne Äußerungen) auf. Die Tics können willkürlich von dem Betroffenen nur kurzfristig unterdrückt werden. Sie werden meist durch Stress verstärkt.
Trance ist ein Bewusstseinszustand, der während einer Hypnose-Sitzung  bewusst herbeigeführt wird. Im Vergleich zum wachen Bewusstseinszustand, wird in Trance durch eine Reduktion der Wahrnehmung eine zunehmende Fokussierung der Aufmerksamkeit auf innere Prozesse möglich. So können im Rahmen hypnotherapeutischer Trancezustände individuelle Lösungen und Ressourcen aufgedeckt werden.  Tagträume werden manchmal als Alltagstrance bezeichnet.
Unter Trauer versteht man den Prozess bei der Bewältigung des Verlustes eines nahestehenden Menschen oder Tier. Auslöser für die Trauer kann dabei der Tod von Verwandten, Freunden, Haustieren sein, oder auch eine Trennung anderer Art. Dabei beinhaltet die Trauer einen tiefen emotionalen Zustand der Niedergeschlagenheit, Mangel an Lebensfreude und sozialen Rückzug. Zum Umgang mit der Trauer lassen sich vermutlich zwei generelle Herangehensweisen unterscheiden, die Verarbeitung des Trauerfalles und die Verdrängung.
Unter Trauma versteht man meist schwere Verletzungen der Psyche, die von außen auf eine Person einwirken. Traumatische Erfahrungen können körperlich aber auch seelisch sein. Zu einer sog. Psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die Belastungsgrenze und Bewältigungsmöglichkeiten der Person übersteigt.  Beispiele für Traumata sind: Gewalt, Vergewaltigungen, Folter, sexueller Missbrauch, Misshandlungen, Unfälle, Katastrophen, Krieg, Krankheiten usw. Dabei muss die traumatisierte Person nicht direkt das traumatische Ereignis erlebt haben, auch das Beobachten und Mitanschauen schlimmer Erlebnisse kann zu Traumatisierungen führen. Tritt die traumatische Reaktion direkt nach dem belastenden Ereignis auf, so spricht man von einer akuten Belastungsreaktion. Ist ein größerer zeitlicher Abstand zwischen dem Ereignis und der Belastungsreaktion vorhanden, handelt es sich um eine posttraumatische Belastungsstörung. Beide Erkrankungen sind gekennzeichnet durch wiederkehrende Erinnerungen oder Wiederinszenierungen der Ereignisse, Albträume, emotionaler Rückzug. Weiterhin werden Reize, die eine Wiedererinnerung an die traumatischen Ereignisse auslösen, vermieden (z.B. Silvesterfeiern werden wegen der Knallkörper vermieden, da in Kindheit das Elternhaus bei einem Hausbrand abgebrannt ist).
Die Triebtheorie umfasst eine Reihe von Theorien aus dem psychoanalytischen Bereich. Im Wesentlichen vertritt die Triebtheorie die Auffassung, dass der Mensch von gewissen angeborenen Trieben bzw. Grundbedürfnissen gesteuert ist. Nach Sigmund Freud dienen die Triebe der Lebens-, Art- und Selbsterhaltung (Sexualtrieb und Trieb zur Nahrungsaufnahme).
U
Sigmund Freud unterschied die folgenden drei Bereiche der menschlichen Psyche: Das Unbewusste: Das Unbewusste beinhaltet verdrängte oder abgewehrte Bewusstseinsinhalte (vor allem Triebe), die trotz willentlicher Anstrengung nicht direkt bewusst gemacht werden können. Nach Freud bedarf es bestimmter Techniken, um das Unbewusste bewusst zu machen. Z.B. therapeutische Traumdeutung. Das Vorbewusste: Unter Vorbewusstem versteht Freud Inhalte, auf die nicht direkt zugegriffen werden können, die jedoch durch Suchen nach Zusammenhängen „einfallen“ können. Das Bewusste: Die Inhalte des Bewussten können nach Belieben in den Fokus der Aufmerksamkeit gebracht oder entfernt werden.
V
Unter dem Begriff wird ein Abwehrmechanismus verstanden (ursprünglich stammt der Begriff aus der Psychoanalyse nach Freud), mit dem unangenehme Bewusstseinsinhalte vom Bewusstsein eines Menschen ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zum Vergessen ist die Verdrängung jedoch ein aktiver Prozess, der einen ständigen psychischen Aufwand erfordert (Verdrängungsarbeit).
Unter Verhalten wird die Gesamtheit aller beobachtbaren Reaktionsweisen und Zustandsänderungen, vor allem das Reagieren von Lebewesen auf Reize verstanden. Im engeren Sinn meint der Begriff Verhalten alle Körperhaltungen und -bewegungen sowie das Ausdrucksverhalten eines Lebewesens innerhalb seiner Umwelt.
Vermeidung ist eine Reaktion auf innere oder äußere Hinweise, die eine Gefahr ankündigen können. Diese vorauseilende oder imaginäre Komponente ist einerseits schützend, andererseits verhindert sie neue Erfahrungen und kann das Leben erheblich einschränken. So ist es häufig der Fall, dass Personen mit phobischen Ängsten beispielsweise Autofahrten, Höhen oder Spinnen vermeiden. Flucht, Erstarren oder Auseinandersetzung sind andere Bewältigungsstrategien.
Versagen meint das Bewusstmachen des Nichterfüllen von Anforderungen und steht meist in engem Zusammenhang mit menschlichen Fehlern. Menschliche Fehler sind dabei Fehler, die eine Person durch sein Verhalten oder seinen körperlich-geistigen Zustand zu verantworten hat.
Als Verstärker werden jene Verhaltenskonsequenzen bezeichnet, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das Verhalten wiederholt gezeigt wird. Man unterscheidet die Verstärker nach ihrer Wirkung. Positive Verstärkung bedeutet die Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens, wenn als Reiz zum Beispiel eine Belohnung, eine „angenehme“ Konsequenz hinzutritt. Beispiele für positive Verstärker sind Anerkennung, Achtung, Nahrung, Geld. Negative Verstärkung bedeutet die Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens, wenn als Reiz ein negativer Verstärker entfernt wird. Negative Verstärker sind z. B. jeweils das Entfernen von Lärm, grellem Licht, Hitze oder Kälte oder eines Stromschlages.
Nach diesem Modell von Lewinsohn entstehen Depressionen aufgrund zu geringer Verstärkung. So kann der Wegfall der Arbeitsstelle beispielsweise zur Entstehung depressiver Symptome führen, da dadurch wichtige Verstärker (z.B. Lob des Vorgesetzten, Gefühle, gebraucht zu werden und wertvolle Arbeit zu leisten) verloren gehen.
Unter Vigilanz werden Zustände andauernder Aufmerksamkeit verstanden. Vigilanz wird deshalb auch als Daueraufmerksamkeit bzw. -wachheit bezeichnet. Sie spielt vor allem in monotonen und lange andauernden Situationen eine Rolle, in denen eine Reaktion auf seltene Reize erforderlich ist (z.B. Arbeit als Nachtwächter oder Fluglotse).
Z
Zwangseinweisungen in psychiatrischen Einrichtungen sind nach dem Unterbringungsgesetz in Deutschland gesetzlich geregelt. So kann die Unterbringung psychisch Kranker in eine psychiatrische Anstalt zwangsweise erfolgen, wenn eine akute Fremd- oder Selbstgefährdung vorliegt.
Zwangserkrankungen sind psychische Störungen, bei denen Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen wiederholt auftreten. Die Betroffenen empfinden diese als quälend und unsinnig, können sich jedoch nicht dagegen wehren. Die Denkinhalte der Zwangsgedanken werden als unsinnig von den Betroffenen empfunden, zum Beispiel sich immer wiederholende Gedanken an beschämende oder bedrohliche Handlungen, plötzliche schmerzhafte Ereignisse (z.B. wiederholender Gedanke, dass Ehemann sterben könnte) oder wiederholte Vorstellungen unerlaubter sexueller Szenen. In der Regel geht es bei Zwangsgedanken um angstvolle Gedanken oder Vorstellungen, anderen zu schaden. Als Zwangshandlungen bezeichnet man Verhaltensweisen, die gegen oder ohne den eigenen Willen ausgeführt werden. Der Versuch, die Verhaltensweisen zu unterlassen, führt zu hoher innerer Anspannung und Angst. Beispiele für Zwangshandlungen sind Reinlichkeitszwang (z.B. sich immer wieder die Hände waschen, obwohl sie nicht beschmutzt sind), Kontrollzwang (z.B. ständige Kontrolle, ob Herdplatten ausgeschaltet wurden) und Ordnungszwang (z.B. Bücher in bestimmten symmetrischen Regeln anordnen).
Die 2-Faktoren-Theorie von Mowrer wird häufig als Ergänzungsmodell für die Entstehung von Angsterkrankungen verwendet. Im Wesentlichen entstehen Ängste über 2 Prozesse: klassisches Konditionieren und operantes Konditionieren. Bsp.    Klassisches Konditionieren: Wahrnehmen von Herzklopfen in der U-Bahn führt zur Angst vor dem U-Bahn fahren Operantes Konditionieren: Verlassen der U-Bahn bei Wiederauftreten der Herzklopfen führt auf Dauer zur Vermeidung von U-Bahn-Fahrten